05.02.2017  •  Art NEWS

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'All The Pleasure And All The Pain' - willkommen im tragikomischen Kosmos von Paul Pretzer. Ausstellung bei FeldbuschWiesnerRudolph in Berlin, Buch im Kerber Verlag und Preview auf GoSee

So wie manche Fotos hängen bleiben, können sich auch Gemälde ins Gedächtins brennen. Paul Pretzers (geb.1981 in Paide, Estland; lebt u. arbeitet in Berlin) surreale Welten und traumatische Figuren verführen auf ganz subtile Weise. Deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf die Ausstellung "All The Pleasure And All The Pain," mit der FeldbuschWiesnerRudolph ihr Kunstjahr 2017 eröffnet. Zuletzt begeisterte uns die Galerie mit ihrem Stand auf der Paris Photo...

"Paul Pretzers gross- bis kleinformatige Malereien zeigen Szenarien mit fabelhaft anmutenden Figuren, die in absurde Handlungen mit stillebenhaften Arrangements allegorischen Charakters vertieft sind. Mit Bildtiteln wie "Megadeath" oder "Der Schwarm" überzeichnet der Künstler seine bildhafte Symbolik zusätzlich mit dem Mittel der Sprache und gibt oft vermeintlich Heroisch-Tragisches dem Lächerlichen preis," so die Galerie über die Ausstellung, anläßlich derer im Kerber Verlag ein Bildband erscheint und monographisch das Werk der letzten zehn Jahre des Künstlers dokumentiert.

"Und immer wieder werden stilistische Links zur spätmittelalterlichen Malerei eines Hieronymus Bosch aber auch eines Horrorkomödianten wie Tim Burton offenbar. Nicht zuletzt auch weil Paul Pretzer seine Protagonisten in zumeist undefinierte Räume mit staffageartigen Wänden und leeren Türrahmen situiert, die Vergleiche mit dem Bühnenraum des Theaters oder mit der endlosen Dimension digitaler Animationswelten wachrufen. Derart lassen sich die Bilderzählungen Paul Pretzers für den Rezipienten zumeist nicht explizit verorten. Dafür aber öffnen sie ihm die Option einer freien Anwendbarkeit der Pretzer'schen Motivik auf die ganz eigenen assoziativen Bilder im Kopf und animieren einen Kosmos individueller wie phantastischer Projektion und Imagination."

Paul Pretzer studierte an der Muthesius Kunsthochschule zu Kiel (2002-2005) und an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden (2005-2007), wo er mit dem Master Student bei Prof. Ralf Kerbach (2007-2009) abschloss. Pretzer erhielt Preise und Stipendien wie den Robert Sterl Preis der Sammelstiftung des Bezirkes Dresden (2009), das Artist in Residence in Bemis - Center for Contemporary Arts, Omaha (2009) sowie das encontrARTE BCN, Barcelona (2015). Pretzers Arbeiten werden international ausgestellt.

Das Buch„All the pleasure and all the pain“ dokumentiert die Werkserien der ersten zehn Schaffensjahre Paul Pretzers, von 2006-2016. Das Buch erscheint im Kerber Verlag, herausgegeben von FeldbuschWiesnerRudolph. Es enthält ein Vorwort von Joachim Fuhrmann, einen Text von Natascha Driever (Kunsthalle zu Kiel) und ein Interview zwischen dem Künstler und Dr.Carolin Quermann (Kustodin der Städtischen Galerie Dresden).

FeldbuschWiesnerRudolph
Linienstrasse 155 , D- 10115 Berlin
www.feldbuschwiesnerrudolph.de