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Hommage an Francis Bacon - die moderne Interpretation von Fashion Editor Yilmaz Aktepe und Modefotograf Ralph Mecke für MEN'S HEALTH / BEST FASHION gewinnt Doppelgold bei den GoSeeAWARDS. Interview auf GoSee

'Zwischen den Welten' wandelten Modefotograf Ralph Mecke und Fashion Editor Yilmaz Aktepe bei ihrem konzeptionellen Shooting, das von den Werken des irischen Malers Francis Bacon inspiriert wurde. Die aufwendige Fotoproduktion, die für MEN'S HEALTH BEST FASHION entstand, erhielt bei den GoSeeAWARDS 2014 Doppelgold in der Kategorie Mode. Nicht nur die Juroren mit Experten aus Werbeagenturen und Zeitschriftenredaktionen zeigten sich begeistert, auch das Publikumsvoting wählte die Strecke zum Favoriten.

Fashion Director Yilmaz Aktepe inszenierte für die 16-seitige Modestrecke gemeinsam mit dem Fotografen Ralph Mecke den aktuellen Dandy-Look im Stil der düster-bizarren und gleichzeitig faszinierenden Bilder Bacons. Dessen Tryptichon "Three Studies of Lucian Freud" ist im vergangenen Jahr mit 106 Millionen Euro das teuerste Gemälde, das je bei einer Auktion verkauft wurde.

Zum Einsatz kamen ein hundertjähriger Kapitänsstuhl, ein Tänzer der Hamburgischen Staatsoper, zwei weibliche Aktmodelle und Rinderhälften aus der Requisitenwerkstatt des Erfolgsmuscials Rocky.

Wie es zu dieser ungewöhnlichen Story gekommen ist, wollten wir wissen.
Yilmaz Aktepe: "Ralph und ich arbeiten schon seit über 15 Jahren zusammen und haben in der Vergangenheit schon mehrfach aussergewöhnliche Strecken zusammen erdacht. Für das geplante Art-Special in der BEST  FASHION war es deshalb naheliegend gemeinsam eine tiefgründige, intellektuelle Geschichte zu erarbeiten."

Und warum der irische Maler Francis Bacon? "Francis Bacon ist seit jeher ein Künstler, der uns mit seiner düsteren, kraftvollen Kunst, die in die Abgründe der menschlichen Seele schaut, intensiv inspiriert hat. Zudem ist Bacon einer jener Künstler, dessen Bilder fast jeden in unser Aller sozialen Umfeld auf individuelle Weise berührt hat. Die Idee war, die Visionen, die in dem Kopfkino eines solchen geplagten Künstlers leben, zu visualisieren. Welchen Dämonen und Alteregos begegnet er dort, wie wird er dort von diesen verfolgt und zu der Kunst inspiriert, die so viele Betrachter weltweit in seinen Bann gezogen haben."

Und was hat es mit dem Stuhl auf sich? "Den Kapitänsstuhl entdeckte Ralph bei seinen Streifzügen durch die Galerien New Yorks. Er war der Nukleus für das spätere Set und wurde von Ralph aus dem Big Apple nach Hamburg transportiert. Der beengte Raum aus Edelstahlwänden war für uns eine logische Schlussfolgerung, um das quälende mentale Gefängnis eines getriebenen Bacons zu porträtieren."

Auch das Casting ist ungewöhnlich. Wer ist der männliche Protagonist, die Francis Bacon verkörpert und was hat es mit den Frauen auf sich "Mit André van Nord hatten wir schon mehrfach sehr ungewöhnliche Editorials geschaffen. Seine unnachahmliche Art, sich in Charaktere hineinzudenken, sein furchtloses Minenspiel und seine expressive Körpersprache machten ihn zum perfekten Protagonisten für dieses Projekt. Die Rubensfrau ist auch ein Model mit dem Ralph und ich schon gearbeitet hatten. Sie verkörpert eine spezielle Mischung aus potenzierter Weiblichkeit und mädchenhafter Naivität, als auch abgründiger Sexualität. Ihre hemmungslose Hingabe für künstlerische Fotos war ein Zugewinn für die Strecke. Den nackten Hase und den Dämon fanden wir in unserem direkten, privaten Umfeld. Um die Bilder, die Bacon aus seinen Visionen schuf, zu zeigen, schufen wir farbige Räume in denen ein Tänzer der Hamburger Staatsoper abstrakte Körperformen "tanzte". Genau wie die amorphen, zerfließenden Körper in seinen Gemälden."

Und wo kommen die Rinderhälften her? "Ein wiederkehrendes Motiv Bacons ist der schreiende Papst, der mehrfach von Tierkadavern umrahmt wird. Echte Kadaver waren für uns aus moralisch, ethischen Gründen keine Option. Glücklicherweise konnten wir die Betreiber von "Rocky", dem Musical, für unser Projekt begeistern und bekamen die Rinderhälften aus deren Produktion für unser Shooting zur Verfügung gestellt."

Was war die Herausforderung beim Styling? "Im Gegensatz zu Bacons eher nachlässigen Kleidungsstil, wollten wir durch einen Dandyhaften Dresscode des Protagonisten die intellektuelle Stilsicherheit Bacons auf eine verständliche Ebene heben, die die umfassende Grossartigkeit dieses Künstlers erfahrbar macht."

Das Ergebnis der gemeinsamen Produktion zeigen wir anbei. Schade allerdings, dass es hierzu keinen Film gibt.
02.12.2014 // show complete article